Bernadette Kleczka

Die Frage, wie sich medizinische Versorgung bedarfsgerecht verbessern lässt, treibt mich seit jeher um. In einer frühen BMJ-Studie wollte ich beispielsweise herausfinden, wie sich in ressourcenschwachen Regionen mit wenig Mitteln ein bewusster Umgang mit Antibiotika fördern lässt. Sich Gedanken zu machen, wie Behandlungen klüger und verantwortungsvoll gestaltet werden können, finde ich wichtig. 

Seit 1. September 2025 bin ich Teil der Hausarztpraxis am Fehrbelliner Platz. Mein Weg hierher war alles andere als geradlinig. Genau das passt zu mir.

In der Schule liebte ich Kunst, Musik und alle Fächer, die sich mit dem Menschen beschäftigen – Sprache, Geschichte, Literatur. Trotzdem entschied ich mich für Medizin. Ich wollte etwas Sinnvolles tun. Und ich wollte die Welt sehen. Ein Praktikum auf einer Lepra-Station in Addis Abeba gab dann den Ausschlag. Danach begann ich mein Studium an der Charité in Berlin.

Nach ersten Stationen im Krankenhaus zog es mich erneut nach Afrika. Viele Jahre lebte und arbeitete ich in Kenia und Tansania, vor allem in der Allgemein- und Tropenmedizin. Zu der Zeit kam auch mein Sohn auf die Welt. Das Leben dort prägte meinen Blick auf die Medizin: nah an den Menschen, pragmatisch, oft mit wenig Ressourcen.

Heute arbeite ich gerne hausärztlich in Berlin. In unserer Praxis kreuzen sich viele Lebenswege. Dieses Umfeld fühlt sich vertraut an. Es erinnert mich an Ostafrika.

Ausgleich finde ich in der Musik. Ich spiele Cello in einem Laienorchester und verbringe viel Zeit mit meinem Sohn. Und wenn ich könnte, würde ich mehr tanzen.